Fallschirmspringen mit Behinderung?

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Wer einmal dem Fallschirmspringen-Virus erlegen ist, wird diesen nicht mehr los. Deshalb ist für leidenschaftliche Fallschirmspringer ein Leben ohne diesen Sport undenkbar. Laura Rampini ist das beste Beispiel für leidenschaftliches Engagement für den Fallschirmsport. Denn nicht mal ein körperliches Handicap hat ihre Liebe zum Fallschirmspringen abklingen lassen. Mit 22 Jahren hat ein schwerer Autounfall schlagartig verändert.

Heute, mit 37 Jahren, hat sie zwei Kinder. Sie ist die erste behinderte Fallschirmspringerin der Welt und Mit-Gründerin der Gemeinschaft Liberamondo. Laura Rampini lebt mit ihrem Partner Filippo Landi in Ravenna, Italien. Folgendes Interview wurde mit Frau Rampini geführt:

Laura, Sie sind die erste querschnittgelähmte Fallschirmspringerin der Welt. Wie sind Sie zu diesem Sport gekommen?
LR: Ich habe diesen Sport schon immer geliebt. Ich bin in einem kleinen Dorf am Fuß des Monte Cucco in Umbrien aufgewachsen, inmitten eines Flieger-Eldorados. Als ich klein war, sprang ich mit einem Regenschirm bewaffnet von Bäumen. Ich verbrachte Stunden damit, in den Himmel zu schauen und die Adler zu beobachten. Dabei wünschte ich mir, dort oben sein zu können. Dann nahm mir ein Unfall jede Hoffnung. Doch nur für einen Moment. Die Leidenschaft für das Fliegen brannte unauslöschlich in mir. 2005 machte ich meinen ersten Tandemsprung. Es war eine großartige Erfahrung!

Mein Drang, Fallschirmspringerin zu werden, wurde nun immer stärker. Mein Ziel war es, alleine zu springen. Jeder dachte, ich sei verrückt. Eineinhalb Jahre standen ganz im Zeichen von Tests, wie Tandemsprünge und Windkanal-Flüge in England. Ich prüfte alle Möglichkeiten, die mir halfen, die Herausforderungen meiner Behinderung zu überwinden. Ich kämpfte gegen die Bürokratie, um notwendige medizinische Zeugnisse zu erhalten. Am 28. und 29. Juli 2008 ließ ich meinen Traum wahr werden. Ich hatte es geschafft!

Wie viele Sprünge haben Sie seitdem gemacht?
Es dürften 150 Sprünge sein, die ich bisher alleine gemacht habe.

Was war für Sie die größte Herausforderung nach Ihrem Unfall?
LR: Ich hatte meinen Unfall vor knapp 16 Jahren. Man findet sich plötzlich in einer neuen und anderen Welt wieder. In einer Welt, in der man nicht sein möchte! Man trägt all diese Erinnerungen mit sich und hat gleichzeitig keine Ahnung was die Zukunft bringen wird. Zeitweise fiel es mir sehr schwer, den Sinn in alldem zu erkennen und weiter zu leben. Ich fürchtete mich vor der Welt, als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Ich verließ das Krankenhaus mit dem Gefühl, als müsse ich unbezwingbare Berge besteigen. Doch ich habe einen unglaublichen Drang, mein Leben zu leben. Ich fühlte, dass ich etwas verloren hatte, doch gleichzeitig war ich fest entschlossen, Neues zu gewinnen.

Denn schließlich ist das Leben ein Privileg! 2005 haben Sie, gemeinsam mit Ihrem Partner Filippo Landi, Liberamondo gegründet. Was verbirgt sich dahinter?
LR: Liberamondo wurde aus zwei Motivationen heraus gegründet: der Leidenschaft für Sport und der Lust zum Reisen. Liberamondo will Barrieren abbauen und die Integration von Menschen mit Behinderung vorantreiben. Dazu entschlossen habe ich mich nach meinem ersten Tandemsprung, nach dieser Explosion von Gefühlen. Unglaublich zu beschreiben! Diese Erfahrung wollte ich auch anderen Menschen mit Behinderung ermöglichen. Mit Liberamondo wollen Filippo und ich Menschen mit Behinderung motivieren, sich nicht von Gedanken des Verlustes übermannen zu lassen. Man übersieht schnell, wie stark, mutig und glücklich man sein kann – auch nach dramatischen Einschnitten.

Wie haben Sie Sunrise Medical kennen gelernt?
LR: Über das Internet und Produkt-Literatur bin ich auf Sunrise Medical aufmerksam geworden. Die Wahl des richtigen Rollstuhls ist eine wichtige Entscheidung. Der Rollstuhl wird zu einem Teil deines Lebens und ist immer da. Also muss man diese Wahl äußerst vorsichtig und bedacht treffen. Produkte und Philosophie von Sunrise Medical haben mich überzeugt.

Sie nutzten bisher einen Sopur Helium. Warum haben Sie sich für den neuen Sopur Xenon entschieden?
LR: In der Vergangenheit hatte ich immer einen Starrrahmen-Rollstuhl, da er meine Ansprüche an Mobilität und Fahrkomfort perfekt erfüllte. Mit dem Xenon habe ich jetzt einen Rollstuhl gefunden, der mir die Vorteile eines Faltrollstuhls bietet und der sich gleichzeitig von den Fahreigenschaften wie ein Starrrahmen verhält. Der Xenon ist kompakt und zugleich flexibel, so eine Art „zwei Rollstühle in einem“, was besonders für meine Reisen wichtig ist. Ich genieße mehr Lebensqualität, dadurch dass mein Rollstuhl sich mir und meiner Lebensweise anpasst. E r spiegelt wider, wie und wer ich bin. Auch mit der trendigen Optik identifiziere ich mich. Mit seinem geringen Gewicht kann ich die Möglichkeiten im Alltag, auf Reisen und beim Sport besser und mit weniger Anstrengung nutzen. Das ist für mich wichtig.

Dieses interessante Interview wurde von Sunrise Medical zur Verfügung gesellt.

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