Fallschirmspringen wird zum Fallschirmsport

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Das Fallschirmspringen, welches vor allem in den letzten Jahrzehnten auch im Breitensport an Popularität gewann, entwickelte sich zu einer eigenen Sportart (dem Fallschirmsport) mit teils stark differenzierten Regeln. So ist es mehr als nur der einfache Sprung und dem Öffnen des Fallschirms, sondern ein hochkomplexer Prozess, in welchem Komplikationen mit der Umwelt mit dem Verfolgen von Zielen in Einklang gebracht werden müssen. Der Sportler selbst kann natürlich nicht erwarten, ohne langjährige Erfahrung Risiken und Herausforderungen einzugehen, welche ein großes Maß an Selbstdisziplin und die Beherrschung der Techniken voraussetzt.

Erfahrung für Fallschirmsport notwendig

Formationsspringen gehört auch zum Fallschirmsport, Foto © Ulrich Kammertöns - Fotolia.com

Formationssprung, Foto © Ulrich Kammertöns – Fotolia.com
So muss dieser langfristig an Erfahrungswerten sammeln, welche ihm später, zusammen mit einem breiten Technikequipment, ein sicheres Freizeitvergnügen ermöglichen sollen. Im folgenden soll eine Übersicht gewährt werden, wie ein derartiger sportlicher Wettkampf des Fallschirmsports aussehen kann und welche Disziplinen sich in den letzten Jahren etabliert haben.

Fallschirmsport-Klassiker: Stil- und Zielspringen

Die 2 klassischen Disziplinen sind das Zielspringen und das Stilspringen. Beim Zielspringen muss, wie der Name impliziert, präzise eine Landezone beim ersten Bodenkontakt getroffen werden. Als Wertungseinheit gilt dann der Abstand, mit welchem die Mitte der Zielscheibe vom Springer verfehlt wurde. Beim Stilspringen spielt nicht die Landung, sondern der Flug selbst die zentrale Rolle. Hier müssen Figuren in vorher festgelegter Reihenfolge gezeigt werden. Dies können beispielsweise Drehungen um die Längsachse des Springers sein. Je nach Ausführung und Haltung des Sportlers werden daraufhin von einer Jury Noten verteilt und die Leistungen somit vergleichbar gemacht.

Weitere Disziplinen des Fallschirmsportes

Neben diesen 2 klassischen Varianten haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Abwandlungen herausgebildet, welche die Komplexität der Bewegungen und das Adrenalinerlebnis, also auch die Gefährlichkeit, für den Springer erhöhen.

Der Formationssprung:
Zunächst sind in diesem Zusammenhang die sogenannten Freifallformationen zu nennen. Bei diesen springt nicht nur 1 Springer, sondern gleich eine große Anzahl von Sportlern ab, um daraufhin in der Luft Formationen und Bewegungen in abgestimmter Form und Interaktion zu vollführen. Eine Unterkategorie dieser ist die Kappenformation, in welcher die Formbildung mit bereits geöffneten Schirmen geschieht.

Freeflying:
Eine Disziplin, welche sich jeder Wertung entzieht und eigens dem Vergnügen des Sportlers dient, ist jede Art von Freeflying. Hier werden nach Belieben Bewegungen während des Fluges ausgeführt, um diesen erlebnisreicher zu gestalten. Diese spielen sich zudem vor dem ziehen der Reißleine ab, was einen Schwerpunkt auf den Beginn der Sprungphase legt.

Das Skysurfing:
Eine Modifikation bietet das sogenannte Skysurfing, bei welchem eine Art Snowboard während des Fluges getragen wird. Dies ermöglicht Rotationen und Überschläge weitaus höherer Frequenz und Geschwindigkeit, aber auch eine stärkere Beeinflussung der Flugrichtung ohne geöffneten Fallschirm ist möglich. Ebenfalls in diesem Feld sind die Wing Suits einzuordnen. Es handelt sich bei diesen um Ganzkörperanzüge, welche Spannhäute zwischen den oberen und unteren Extremitäten als auch dem Torso bilden. Der Springer kann damit eine relative effektive Flugsteuerung übernehmen, welche kurzzeitig fast ausschließlich in der horizontalen, ohne starken Höhenverlust, ausgeführt werden kann.

Ohne Flugzeug oder Hubschrauber, aber sehr spektakulär: Das BASE Jumping:
Eine weitere Disziplin, welche durch ihre riskante Ausführung an Bekanntheit gewann, ist das BASE Jumping. Hierzu dient kein fliegendes Objekt als Absprungspunkt, sondern vielmehr Gebäude oder Berge. Der Fallschirm muss meist, aufgrund der geringen Höhe, sofort nach dem Absprung geöffnet werden. Ein weiteres Augenmerk liegt auf der folgenden Landephase, da in einer meist urbanen Umgebung Gefahrenquellen wie Straßen vermieden werden sollten. Des Weiteren handelt es sich bei BASE Jumping um ein meist illegales Hobby, da nur die wenigsten hohen Gebäude derartige Sprünge tatsächlich gestatten.

Neuer Trend Swooping:
In den letzten Jahren kam das sogenannte Swooping auf. Bei diesem muss eine möglichst geringe Höhe über den Boden, bei geöffnetem Schirm, solange wie möglich gehalten werden. Die hohen Geschwindigkeiten nahe des Bodens und das Unvermögen, diese Gleitflüge rechtzeitig abzubrechen, führen relativ häufig zu schweren Verletzungen des Springers.

Sprünge aus extremen Höhen:
Zuletzt sind noch Sprünge aus extremen Höhen zu nennen, bei welchen der Sportler über eine adäquate Ausrüstung, beispielsweise einer Sauerstoffmaske, verfügen muss. Lange Fallzeiten und eine hohe Fallgeschwindigkeit, natürlich vor der Öffnung des Schirms, machen diese Spielart des Fallschirmsports aus.

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